Diskussionsgrundlage Albert Koechlin Stiftung August 2026

Starke KMU.Starke Innerschweiz.

Ein mögliches Förderengagement der Albert Koechlin Stiftung zugunsten etablierter KMU in den fünf Innerschweizer Kantonen.


Ausgangslage

Die meisten KMU haben kein Ideenproblem. Sie haben ein Klarheitsproblem.

Viele Betriebe funktionieren gut — und trotzdem bleibt ihre Weiterentwicklung im Tagesgeschäft liegen. Zu viele Themen laufen parallel. Wichtige Entscheidungen werden aufgeschoben. Die Zeit, um am Unternehmen statt nur im Unternehmen zu arbeiten, fehlt.

Das ist selten eine Frage von Einsatz oder Kompetenz. Es ist eine Frage von Klarheit: Wo steht das Unternehmen wirklich, und was zählt jetzt?

Genau hier könnte ein Engagement der Albert Koechlin Stiftung ansetzen.

Wer dahinter steht

KMU Check ist eine Initiative von Optivis.

Der KMU Check misst in acht Minuten, wo ein Unternehmen wirklich steht — und macht aus einem Bauchgefühl ein Bild, über das man reden kann. Er ist kostenlos, frei zugänglich und bleibt es.

Dass der Check kostenlos ist, ist keine Aktion, sondern unsere Haltung: Klarheit über den eigenen Betrieb soll keine Frage der Firmengrösse sein. Für die AKS heisst das, dass keine Fördermittel nötig sind, um den Zugang zu finanzieren. Sie können dort eingesetzt werden, wo zusätzliche Tiefe entsteht.

Entwickelt auf Basis von über 100 Gesprächen mit Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmern.

Die Idee

Nicht Beratung subventionieren, sondern Entwicklung auslösen — dort, wo sie auf Bereitschaft trifft.

  1. Breit erreichen

    Innerschweizer KMU machen eine ehrliche Standortbestimmung. Sie sehen, wo sie gut aufgestellt sind und wo aktuell der grösste Handlungsbedarf liegt. Kostenlos, ohne Verpflichtung, ohne Fördermittel.

  2. Gezielt vertiefen

    Bei einem Teil dieser Unternehmen treffen relevanter Handlungsbedarf und echte Veränderungsbereitschaft zusammen. Diese Betriebe erhalten Zugang zu einer intensiveren Zusammenarbeit — begleitet, in einem Format, das wir gemeinsam mit der AKS festlegen. Die Förderung senkt die Schwelle; sie ersetzt nicht den Eigenanteil des Unternehmens.

  3. Wirkung ermöglichen

    Aus Klarheit entstehen Prioritäten und nächste Schritte. Die Umsetzung bleibt Sache der Unternehmen — mit eigener Zeit, mit Beteiligung der Entscheidungsträger und mit einem finanziellen Eigenbeitrag. Das ist nicht nur unternehmerisch sauber, es ist die Bedingung dafür, dass überhaupt etwas passiert. Wer nichts investiert, verändert nichts.

Breit erreichen → gezielt vertiefen → Wirkung ermöglichen

Ein möglicher Start
100 KMU aus den fünf Innerschweizer Kantonen, als Pilotjahr

Im Verhältnis zum KMU-Bestand der Region ist das wenig — und genau deshalb geeignet. Gross genug, um unterschiedliche Situationen abzubilden und Muster zu erkennen. Klein genug, um kontrolliert zu lernen und das Modell gemeinsam anzupassen, bevor es grösser wird.

Wir versprechen der AKS nicht das fertige Förderprogramm. Wir schlagen einen Piloten vor, aus dem sich ableiten lässt, was tatsächlich wirkt.

Was daraus entsteht

Ein belastbares Bild davon, wo Innerschweizer KMU heute stehen.

Neben der Wirkung bei den einzelnen Unternehmen entsteht etwas, das ein einzelner Förderentscheid sonst nicht liefert. 100 strukturierte Standortbestimmungen zeigen, welche Herausforderungen sich häufen, welche Betriebe besonders profitieren und wo Förderung tatsächlich Bewegung auslöst.

Damit lässt sich die Frage anders beantworten als über Beratungsvolumen: nicht wie viele Tage wurden finanziert, sondern wie viel Entwicklung ist pro eingesetztem Förderfranken entstanden — und was heisst das für die nächsten Förderentscheide.

  • KMUgewinnen Klarheit und kommen ins Handeln.
  • Die AKSsetzt Mittel gezielt ein und kann die Wirkung belegen.
  • Die Innerschweizprofitiert von Unternehmen, die sich weiterentwickeln statt stehenzubleiben.
Bewusst offen

Auswahlkriterien, Format und Umfang der Begleitung, Fördermechanik, Eigenbeitrag, Anzahl geförderter Unternehmen und Wirkungsmessung sind hier nicht beschrieben — nicht, weil wir keine Vorstellung davon hätten, sondern weil sie sonst an der AKS vorbei entstehen. Ein Fördermodell, das die Stiftung nicht mitgestaltet hat, trägt nicht.

Nächster Schritt

Ein gemeinsamer Konzepttermin — AKS, Projektverantwortliche, KMU Check / Optivis.

Drei Fragen, die wir dort gemeinsam klären möchten:

  1. Was soll dieses Engagement für die AKS leisten — und woran würde sie in zwei Jahren erkennen, dass es das getan hat?
  2. Wie tief soll die Begleitung gehen, wie hoch der Eigenbeitrag der Unternehmen — und wie viele Betriebe sollen realistisch erreicht werden?
  3. Wie wird das Vorhaben getragen — Rollen, Zusammenarbeit und der Umgang mit den Erkenntnissen, die im Pilot entstehen.

Auf dieser Basis entwickeln wir das konkrete Pilotmodell inklusive Leistungsumfang und Budget.

Wir halten für einen Start im Jahr 2027 ein Zeitfenster frei und würden gerne bis Ende Oktober wissen, ob die AKS es besetzen möchte.